Obst und Gemüse: Tipps zum günstigen Einkauf

Bei diesem Beitrag erfährst du, wie du beim Kauf von Obst und Gemüse die Kosten minimierst und durch clevere Entscheidungen den Arbeitsaufwand zuhause reduzierst.

Inhalt:

Obst und Gemüse oder die Frucht des Lebens.

Früchten soll man aus guten Gründen etliche Portionen eines jeden Tages widmen. Haut, Haare und Lebensjahre lieben Früchte wie dicke Kinder das Süßigkeitenregal.

Nicht nur gesundheitliche Aspekte sprechen für Obst und Gemüse, auch die wirtschaftlichen Argumente schlagen ein wie eine Bombe. Früchte können an jeder Ecke gekauft werden. Sie sind unterwegs und zuhause der perfekte Snack für zwischendurch. Es geht kaum schneller oder gesünder, als einen Apfel oder eine Tomate im Handumdrehen zu polieren und zwischen Tür und Angel zu verspeisen. Und bevor du jetzt das Scheinargument bringst. Von wegen gesunde Ernährung ist teuer! Bei Obst und Gemüse lassen sich so gute Schnäppchen machen, dass Körper und Geiz, ähh Geist, im Einklang sind.

Da wir als minimalistisches Ziel nicht nur einen effizienten, sondern auch einen preiswerten Einkauf anstreben, nehmen wir nun günstige Früchte ins Visier.

Regional und saisonal.

Viele Kostverächter schrecken bei frischer Ware vor niedrigen Preisen zurück. Die Vorurteile lauten: Was billig ist, kann ja nichts taugen! Die Bauern haben Schindluder getrieben! Das kann gar nicht mehr gesund sein! Klar, dass ich das aus einem anderen Blickwinkel betrachte.

Sollte es sich nicht um Lockangebote oder den Abverkauf kurz vor dem Verderben handeln, gilt oft: Diese lebendigen Lebensmittel kosten so wenig, weil sie gerade in Saison sind. Mutter Natur traf auf so gute Voraussetzungen, dass sie überproduzieren konnte. Ertragsreiche Ernten sind quasi eine Garantie für gute Qualität. Schließlich wachsen Früchte ja am liebsten unter optimalen Bedingungen.

Zwei Gesichtspunkte sorgen dafür, dass die Preise trotz hoher Qualität niedrig sein können:

Regional: Die Früchte werden in deiner Umgebung angebaut. Sie müssen nicht vom anderen Ende der Welt eingeflogen werden. Es müssen keine Transportkosten auf den Preis umgelegt werden.

Saisonal: Saisonales Gemüse konnte ohne große Hilfsmittel wachsen und gedeihen. Es ist reif, weil es der natürliche Lauf der Dinge so vorgesehen hat. Es müssen keine künstlichen Bedingungen geschaffen werden, damit die Früchte sprießen. Viele Betriebskosten des Anbaus entfallen, das spiegelt sich im Endverbraucherpreis wider.

Sich in Sachen Früchten der Natur anzupassen führt zu riesigen Ersparnissen. Gekauft wird, was derzeit in Massen geerntet werden kann. Eine gute Mischung aus regionalen Produkten zum saisonalen Zeitpunkt hilft, gute Qualität zu niedrigen Preisen zu bekommen. Durch den Verzicht auf Importe aus fernen Ländern tut man auch der Umwelt einen Gefallen, wo wir wieder bei den Wohltaten für den Geist (diesmal in Form des Gewissens) wären.

Es sind wahrscheinlich gewisse Einschränkungen und Entbehrungen nötig, um den vollen Nutzen von Regionalität und Saisonalität zu erzielen. Das Rad des Konsums hat nämlich auch vor den Lebensmitteln keinen Halt gemacht, wir sind verwöhnt, was die Abwechslung betrifft. Heute gibt es dies, morgen schon wieder das. Aber: Diese Ernährung im Zickzackkurs kann auch wieder entschleunigt werden. Dazu muss man jedoch die Voraussetzungen beim Einkaufen schaffen. Ganz einfach: Wenn man nichts anderes im Haus hat, muss gegessen werden, was auf den Tisch kommen kann. Das wusste schon deine Großmutter.

Wenn die regionalen Erdbeeren im Sommer oder die lokalen Kohlköpfe im Winter billig sind, wird sich hauptsächlich daran gütlich getan. Und dann gibt es nochmal einen Nachschlag. Essen soll in seiner Grundfunktion schließlich satt machen und den Körper mit grüner Energie versorgen. Wenn man minimalistisch leben möchte, kann man also auch mal zufrieden sein, wenn es in dieser Woche dreimal Karotten gibt, weil die Möhren der Bauern des Bundeslandes verschleudert wurden. Zähne zu und durch.

Sonderlich schlimm – insofern keine einseitige Ernährung entsteht – ist es auch nicht, wenn man für kürzere Zeiträume ständig zur gleichen Frucht greift. Obst gibt als Snack meist nur ein kurzes Zwischenspiel im Alltag. Gemüse kommt in den meisten Fällen nicht über die Rolle der Beilage oder nebensächlichen Zutat hinaus. Es könnte sogar jeden Tag das gleiche Grundgerüst an Früchten geben, langweilig müsste es nicht werden. Das Internet platzt bald vor Rezepten. Daher ist es möglich, dass die Mahlzeiten trotz ähnlicher Zutaten nicht langweilig werden.

Resterampe für die Wampe.

Und nun denken wir kleiner und verringern unseren Horizont. Nicht nur die Jahreszeit entscheidet über die Preise. Auch die Uhrzeit des Einkaufs kann zu Ersparnissen führen. Die Anforderungen für eine erfolgreiche Schnäppchenjagd sind überschaubar:

  • Man ist zur Kompromissen bereit.
  • Man stellt Ersparnisse über Gelüste.
  • Man ist abends zeitlich halbwegs flexibel.

Viele Supermärkte senken kurz vor Ladenschluss die Preise der schnell verderblichen Sorten. Je nach Filialleiter und Handelskette werden die Preise meist um 30 bis 50 Prozent gesenkt. Zu der vorher angesprochenen Hochsaison sind sogar noch höhere Rabatte üblich.

Man hat abends wahrscheinlich nur noch eine eingeschränkte Auswahl. Die wenigsten Supermärkte werden so kalkulieren und spekulieren, dass bis kurz vor Feierabend noch alle Fruchtsorten in Hülle und Fülle verfügbar sind.

Diese Art des Einkaufens hat neben der eingeschränkten Produktbreite noch Schattenseiten, die mitunter aus braunen Druckstellen und ähnlichen Verfärbungen bestehen. Man bekommt zur fortgeschrittenen Stunde wohl keine Schönheitskönige mehr. Da die Lebensmittel im wahrsten Sinne des Wortes schon einige Zeit herumgammeln, sehen sie nicht mehr aus wie ihre Geschwister samstagmorgens auf dem Markt. Es ist übriggebliebene Ware, die sonst niemand wollte. Das muss so deutlich formuliert werden.

Das gesparte Geld ist offensichtlich ein guter Grund, diese Einschränkungen in Kauf zu nehmen. Ein weiterer Punkt kann sich ebenfalls sehen lassen: Man rettet die Lebensmittel davor, weggeworfen zu werden. Wenn du spätabends den Laden betrittst, bist du die letzte Hoffnung der Früchte wie Obi-Wan Kenobi für Prinzessin Leia. Durch den Kauf dieser Ladenhüter tust du etwas Gutes. Du stemmst dich gegen die Wegwerfgesellschaft, ohne in Containern abtauchen zu müssen.

Reduziertes Gemüse ist eine Sparmöglichkeit, bei der man die Oberflächlichkeit bewusst ausblendet. Man übt sich in Genügsamkeit, ohne geschmackliche Einbuße hinnehmen zu müssen. Egal, ob du morgens oder abends einkaufst, du solltest in der Obst-Gemüse-Abteilung Ausschau nach durchgestrichenen Preisen und anderen Erkennungsmerkmalen von Schnäppchen halten.

Der Preisvergleich.

Obwohl man bei Früchten meist keine große Produktvielfalt hat, lässt sich durch einen cleveren Preisvergleich mehr aus dem Einkauf holen.

Bei Kilopreisen kann man kinderleicht vergleichen und bewerten, um einen guten Deal zu bekommen. Der Ablauf ist klar: Man wählt zuerst die Sorten mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Anschließend schnappt man sich die schönsten Exemplare, wiegt und bezahlt für das, was man bekommt.

Bei Stückpreisen weiß man hingegen selten, wie viel man wirklich fürs Bezahlte bekommen hat. Wie oft hast du schon eine Gurke in der rechten Hand, eine in der linken jongliert. Darauf folgen Abwägen und Kopfzerbrechen. Bei welcher Gurke macht man nur das bessere Geschäft? Die eine ist dicker, die andere ist länger. Das macht die Entscheidung sehr schwer, wenn man keine mathematische Gleichung aufstellen will. Und auch nicht könnte, falls man wollte. Es war bisher Gefühlssache, für welches Stück du dich entschieden hast. Zukünftig ist kein Glück mehr nötig.

Du bekommst die größte Frucht und damit das beste Produkt für dein Geld, indem du schnell die möglichen Kandidaten wiegst. Es wird immer wieder überraschend sein, wie oft du mit dem bloßen Auge und der Pi-Mal-Daumen-Methode daneben liegst. So geht es zumindest mir und meinem Knick in der Linse.

Bei Früchten, die zu Stückpreisen angeboten werden, ist die Kontrollwaage fortan die letzte Instanz. Im Normalfall ist das Gewicht von zwei ähnlichen Früchten das wichtigste Detail. Es muss zwar nicht weniger bezahlt werden, aber man bekommt mehr.

Der Aufwand.

Da wir im Sinne unserer minimalistischen Balance neben den Ausgaben auch den Zeitfaktor berücksichtigen möchten, muss auch der verbundene Aufwand, den die Lebensmittel verursachen, betrachtet werden.

Ein billiger Einkauf sorgt nur für kurzes Vergnügen, wenn du danach Stunden in der Küche verbringen musst, damit das Essen genießbar wird. Beim Einkauf von Obst und Gemüse, das von dir aufbereitet werden muss, gilt es, von vornherein die besten Voraussetzungen zu schaffen. Wenn eine Auswahl möglich ist, entscheidet man sich für die Variante, zuhause am wenigsten Arbeit macht.

Nehmen wir beispielsweise das Ziel, am Ende eines anstrengenden Tages einen Topf voll verzehrfertiger Kartoffeln zu haben. Nach deiner Vorauswahl aufgrund des Preises und der Qualität solltest du noch weitere Eigenschaften bewerten. Die Erdäpfel gibt es nämlich in etlichen Formen und Größen. In deine Entscheidung solltest du die erforderlichen Verarbeitungsschritte einbeziehen, die dich noch vom Topf voll essbarer Kartoffeln trennen.

Man wählt jene Früchte, die zuhause vor dem eigentlichen Essen am wenigsten Zeit fressen. Bei Kartoffeln könnten diese Folgeaufwände deinen Einkauf beeinflussen:

  • Stark verschmutzte Kartoffeln müssen mehrfach aufbereitet werden. Erst musst du die Erde entfernen. Das Schälen nimmt weitere Zeit in Anspruch. Danach sitzt du weiter in der Küche fest, weil der Abfluss erst noch zu einem sandigen Bachlauf wird, während du mühsam die Armaturen putzt. Ein vermeintliches Schnäppchen kann unterm Strich ziemlich aufwändig sein.
  • Bei kleinen Kartoffeln dauert das Schälen viel länger. Jede noch so kleine Knolle muss inspiziert werden, damit weder grüne Stellen noch braune Flecken vorhanden sind. Der Sparschäler ist schneller in den Ruhezustand versetzt, wenn man die Kartoffeln der dümmsten Bauern kauft. Obendrein fallen die Schnittabfälle geringer aus.

Zeitsparend sind in diesem Fall große Kartoffeln mit dünnen Schalen, die schon vorgewaschen gekauft werden.

Was bei unseren Kartoffeln gilt, lässt sich auch auf viele andere Früchte übertragen. Während man beim simplen Sparen zuerst an den Preis denkt, sind beim Minimalismus auch Aufwand und Zeit Kosten, die beim Einkaufen beachtet werden müssen. Die richtige Mischung aus Kosten und Aufwand macht es.

So kalt, es ist heiß.

Schockgefrorenes Tiefkühlgemüse sorgt für schnelles und gesundes Kochen nach dem Fernsehkoch-Prinzip, weil jemand anderes da mal etwas vorbereitet hat.

Tiefkühlkost ist ein ganz heißer Tipp! Vorbei sind die Zeiten, in denen Tiefkühlprodukte verpönt wurden. Minderwertig? Das war vielleicht mal. Wir wissen: Die Gemüsemischungen sind oft gesünder als klassische Frischware. Da wir unser Frischzeug meist sowieso nicht mehr vom Bauern nebenan kaufen, herrschen ganz andere Voraussetzungen. Unser Obst und Gemüse kommt aus aller Herren Länder.

Nicht nur der Weg von der Ernte bis zum Verkauf kostet Zeit und damit Lebensmittelqualität. Auch zuhause hängen die Früchte nicht herum und gammeln vor sich hin. Zeitdruck bei der Verarbeitung? Kennst du nicht, du bleibst entspannt und cool. Bei der eingefrorenen Ware gilt: Ohne Umwege ging es vom Feld zur Konservierung. Die wertvollen Vitamine und Mineralstoffe hatten kaum eine Chance zu entkommen.

Tiefgefrorenes Gemüse und Obst darf in Zukunft zu deinen Grundnahrungsmitteln gehören. Es wurde geerntet, gewaschen, geschnitten und verpackt. Das Kürzel TK steht für fast-verzehrfertige Ware, ohne dass du einen Finger krümmen musstest. Es hat quasi jeder andere Beteiligte mehr Arbeit in dein Essen gesteckt als du selbst. Die Erntehelfer wurden hoffentlich königlich entlohnt, die Maschinen gesalbt und geölt! Fleißige Hände und Wunderwerke der Technik haben wahrlich die Drecksarbeit übernommen.

So ein Beutel Brokkoli, Spinat, Blumenkohl, Paprika, Möhren, Zwiebeln, Erdbeeren, sogar Spargel oder Himbeeren ist einfach wunderbar zeitsparend. Einfach aufschlitzen, schon ist eine Portion in Wunschgröße bereit für die Zubereitung. Wir müssen nur noch für Hitze sorgen oder die Geduld aufbringen, die Früchte auftauen zu lassen.

Tiefkühlgemüse ist wie für Minimalisten gemacht, du sparst dir sogar den ein oder anderen Gang zur Biotonne, weil du dir Schalen, Kerne, Stiele und ähnliche Abfälle erst gar nicht ins Haus holst!

Tiefkühlware hat so viele Vorteile, da müssen die Nachteile nicht verschwiegen werden.

Die Beutel und Kartons sind blickdicht. Da man die Katze im Sack kaufen muss, gibt es mitunter auch Katzenjammer. Man bekommt teilweise Fetzen und kleine Stücke angedreht. Egal! Dem Geschmack tun die Schönheitsfehler keinen Abbruch, also sehen wir die Sache positiv: Einmal Kauen gespart.

Es gibt noch einen Wermutstropfen und Grund für Krokodilstränen: Man bezahlt wahrscheinlich mehr, als die Verpackung vermuten lässt. Beim Auftauen lassen Obst und Gemüse sehr viel Wasser. Ich habe dazu eine Verschwörungstheorie. Ich vermute, dass die Landwirte das Gemüse und Obst tropfnass einfrieren, um weniger Ware für den Kilopreis liefern zu müssen. Diese Bauern können in meiner Einbildung ein hinterlistiges Volk sein, kein Wunder müssen die im Fernsehen nach Frauen suchen. Diese Trickserei (die vielleicht auch nur eine Unterstellung ist) tut dem Komfort und dem guten Preis-Leistungs-Verhältnis dennoch keinen Abbruch, höchstens einen Knacks, zu.

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Dieser Beitrag ist ein Kapitel des Buches minimalistische Balance von Anders Benson. Mehr Informationen und viele Bezugsquellen findest du >>> hier (Übersichtsseite zu minimalistische Balance: Ausgeglichenheit und Zufriedenheit durch weniger Stress, weniger Dinge, mehr Geld, mehr Zeit)